Amputationslexikon von A - Z
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Mit freundlicher Genehmigung der Selbsthilfegruppe für Amputierte in OWL e.V.
Adapter ...verbinden zwei Prothesenpassteile miteinander. Für diesen Zweck gibt es viele verschiedene Adapter, z. B. den Rohradapter zwischen Knie und Fuß oder den Sachfußadapter, welcher einen Fuß mit dem Rohr verbindet. Eine besondere Form ist der Lotusadapter unter dem Schaft, der Oberschenkelamputierten das Nachobendrehen des Unterschenkels z. B. zum Knieüberschlagen gewährt.
Akupunktur und Akupressur ...sind über 6000 Jahre alte Heilmethoden aus China, also Therapieformen der altchinesischen Medizin. Mit Akupunkturnadeln wird an geeignet ausgewählten Stellen in die Haut gestochen. Auf diese Weise wird die Lebensenergie Qi, die in Energiebahnen im Körper fließt, wieder in die richtige Bahn "geschleust". Gesundheitliche Beschwerden entstehen durch eine Störung des Energieflusses. Fließt die Energie wieder in ihrer richtigen Bahn, lassen die gesundheitlichen Beschwerden nach. Die gleichen Gedanken liegen auch der Akupressur zu Grunde. Dies ist die so genannte Fingerdruckmassage als Variante der Akupunktur. Bei dieser Heilmethode werden Akupunkturpunkte massiert, die auf den Energiebahnen liegen und in direkter Verbindung mit Organen und Gefäßen stehen. So kann man durch Händedruck Einfluss auf körperliche und psychische Vorgänge nehmen. Beide Therapieformen werden zur Behandlung von Phantomschmerzen angewandt.
Allergie Eine Allergie (griech. allos = anders, ergon = Wirkung) ist eine Überempfindlichkeit des Körpers gegen einen bestimmten Stoff. Hervorgerufen wird sie durch eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems. Zu den Anzeichen einer Krankheit kommt es in der Regel erst nach mehrmaligem Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz. Welche Beschwerden auftreten, ist individuell unterschiedlich. Die Symptome reichen von Hautausschlägen, tränenden Augen bis hin zum akuten und lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock (Anaphylaxie = akute, lebensbedrohliche allergische Allgemeinreaktion des Organismus).
Allgemeinarzt ...ist der Arzt für Allgemeinmedizin (Hausarzt). Die Allgemeinmedizin umfasst die Grundversorgung von Menschen jeden Alters und Geschlechts mit körperlichen und seelischen Gesundheitsstörungen in der Notfall-, Akut- und Langzeitversorgung sowie in der Prävention und Rehabilitation.*
Allopathie ...bedeutet Schulmedizin. Die Thearapie beruht darauf, mit Arzneimitteln Krankheitssymptomen entgegen zu wirken.
Amputation (lat.) Chirurgisches Abtrennen eines Körperteils wie z. B. Gliedmaßen bzw. Gliedmaßenteile, Brustdrüsen, Gebärmutter etc. Das betroffene Glied wird dabei entweder in einem Gelenk (Exartikulation) oder unter Durchtrennung des Knochens abgenommen. Eine Amputation ist notwendig, wenn das betroffene Körperteil so erkrankt bzw.verletzt ist, dass entweder seine Erhaltung und Wiederherstellung unmöglich ist oder von ihm aus eine Lebensgefahr durch Übergreifen der Erkrankung auf die anschließenden bzw. benachbarten Teile droht.
Amputationsneurom ...ist eine bei Druck schmerzhafte, geschwulstartige Nervenstumpfverdickung im Narbenbereich nach einer Gliedmaßenamputation.
Angiologie ...ist ein medizinisches Teilgebiet, das sich mit der Lehre der Blut- und Lymphgefäße und deren Krankheiten beschäftigt.
Apotheken ...sind Unternehmen zur Herstellung und zum Verkauf von Arzneimitteln - sie dürfen nur von approbierten Apothekern geführt werden.
Apothekenabgabepreis ...ist der Preis, den der Verbraucher für den Erwerb eines Arzneimittels in der Apotheke bezahlt. Diese Preise sind in der Arzneimittelverordnung festgelegt, um einheitliche Abgabepreise zu gewährleisten. Allein Präparate, die nicht der Verschreibungspflicht unterstehen, unterliegen der freien Preisbildung.
Apothekenpflichtige Arzneimittel Diese sowohl rezeptpflichtigen als auch rezeptfreien Arzneimittel dürfen per Gesetz nur in Apotheken erhältlich sein, da ihr Einsatz einer fachkundigen Beratung bedarf.
Arretierung ...ist die Bezeichnung für die Halterung eines Silikonliners. Es gibt etliche verschiedene Arretierungssysteme. Ganz allgemein ist die Arretierung die Verriegelung zwischen Silikonliner und Prothese. Als Verriegelung und Schloß (als englische Bezeichnung "Lock") wird diese ebenfalls oft in der Fachbranche bezeichnet. Der am Silikonliner befestigte Arretierungspin rastet in das im Schaft befestigte Gegenstück ein, worauf dann eine feste Verbindung zwischen dem Stumpf und der Prothese hergestellt ist.
Arterie (gr.) ...ist die Schlagader, Pulsader. Allgemein werden alle Blutgefäße, die vom Herzen wegführen als Arterien bezeichnet. Die Wand der Arterien besteht aus Muskulatur und elastischem Bindegewebe.
Arterielle Verschlusskrankheit ...bezeichnet die Gefäßerkrankung an den Wänden der Arterien, überwiegend der Becken- und Beinarterien. Bei dieser Krankheit verliert das Bindegewebe in den Wänden der Arterien seine Elastizität, wodurch die Blutung behindert ist. Dies kann zur totalen Blockierung bzw. Verstopfung führen. Der Sauerstoffbedarf ist höher als die geringe Blutzufuhr abdecken kann. Ursachen sind Altersfaktoren, Ernährung, Rauchen, Diabetes etc.
Atrophie ...ist ein Gewebeschwund in Folge unzureichender Nahrungszufuhr ins Gewebe. Damit wird der Stoffwechsel in Richtung des Stoffabbaus verschoben.
Aut idem ...(lat. für dasselbe). Ein Arzneimittel wird durch ein kostengünstigeres mit gleichem Wirkstoff, gleicher Dosierung, gleicher Darreichungsform und Packungsgröße ausgetauscht. Der Apotheker ist verpflichtet, entweder das verordnete Präparat abzugeben oder eines der drei preiswertesten, soweit der Arzt diesen Austausch zulässt.*
Autogenes Training ...nennt sich die Entspannungsmethode, welche vor mehr als 20 Jahren von dem Nervenarzt Johannes Heinrich Schultz entwickelt wurde. Durch Konzentration und die eigene Vorstellungskraft kann man die physiologischen Vorgänge im eigenen Körper beeinflussen. So ist es möglich, Körperfunktionen zu steuern, die vom unwillkürlichen Nervensystem gelenkt werden und normalerweise ohne Einfluss des Willens geschehen. Autogenes Training wird z. B. zur Behandlung von Phantomschmerzen eingesetzt.
AVK ...bezeichnet kurz die periphere arterielle Verschlußkrankheit, was die Hauptursache für Beinamputationen ist. Dies ist eine Gefäßerkrankung an den Wänden mit begleitendem Elastizitätsverlust der Gefäße. Die Durchblutung ist behindert, was bis zur totalen Blockierung bzw. Verstopfung führen kann. Im Volksmund wird dies auch als 'Arterienverkalkung' bezeichnet. Durch die fortschreitende Verengung und Verlegung der Arterien werden an den Arterienwänden verstärkt Fette, Bindegewebe und kalkartige Substanzen eingelagert. Dadurch können sich leicht Blutgerinnsel auf die verengte Wand aufsetzen, was einen plötzlichen Gefäßverschluss herbeiführen kann. Das von dieser Arterie versorgte Gewebe erleidet eine akute Sauerstoffnot. Mögliche Folgen sind Herzinfarkt, Schlaganfall und ein amputationsbedrohtes Gliedmaß. In Deutschland müssen jährlich ca. 40.000 Menschen wegen einer AVK amputiert werden.
Ärztekammer Jeder ausübende Arzt ist Pflichtmitglied in der Ärztekammer seines Gebietes. Die Organisation regelt die Rechte und Pflichten der Ärzte mit Hilfe von Berufs- und Weiterbildungsordnungen und unterschiedlichen Maßnahmen. Insgesamt gibt es 17 Ärztekammern in Deutschland.
Blindversuch/Blindstudie Ein Versuch im Rahmen der klinischen Wirkungsprüfung, bei der die Versuchsperson (einfacher Blindversuch) bzw auch der Prüfungsarzt (Doppelblindstudie) nicht weiß, ob das verabreichte Präparat die zu untersuchende Wirkung hat oder ein Placebo ist. Dadurch sollen psychische Einflüsse suggestiver Art bei der Prüfung ausgeschlossen werden.
Bluthochdruck Dauernde stärkere Blutdruckerhöhung. Der Grenzwert, von dem an man von einem Hochdruck redet, kann nicht starr festgelegt werden, da er im Einzelfall von verschiedenen Faktoren, z. B. vom Alter, abhängig ist. Der Blutdruck wird von der Pumpleistung des Herzens, dem äußeren Widerstand und dem Blutvolumen bestimmt.
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Das BfArM hat die Aufgabe, die Sicherheit von Arzneimitteln zu verbessern und die Risiken von Medizinprodukten zu überwachen.
Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung (BMGS) ...ist für alle Aufgaben des Gesundheitswesens zuständig. Zu den zentralen Aufgaben zählt, die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Pflegeversicherung und der gesetzlichen Rentenversicherung zu erhalten, zu sichern und fortzuentwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt des Ministeriums im Gesundheitsbereich ist die Gesundheitsvorsorge und die Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Das BfArM hat die Aufgabe, die Sicherheit von Arzneimitteln zu verbessern und die Risiken von Medizinprodukten zu überwachen.
Carbon Bezeichnung für Werkstoffe, die zu 100% aus Kohlenstoff bestehen. Umgangssprachlich wird der Begriff auch für Karbonfaserverbundwerkstoffe verwendet. Eingesetzt wird die Carbonfaser unter anderem im Bau von Prothesenpassteilen, z. B. für das Clever Bone® System. Hier werden die spezifischen Eigenschaften genutzt: Leichtigkeit, enorme Zähigkeit und hohe Energierückgabe bei Biegung.
CAT-Cam Schaft ...Diese längsovale Schaftform bietet viele medizinische Vorteile wie ungehinderte Durchblutung des Stumpfes, erhöhten Erhalt der Muskulatur, natürliche Belastung des Hüftgelenks und nicht des Sitzbeinknochens sowie bessere Führung der Prothese.
Cortison ...ist ein Hormon Nebennierenrinde vom Glucocorticid-Typ. Dieses wird in der Zona Fasciculata (= Bündelschicht, dickste Schicht der Nebennierenrinde) gebildet und ist intermediär und pharmakodynamisch eng mit dem Cortisol (= Hydrocortison) verknüpft. Cortison wurde 1949 in der Behandlung entzündlich-allergischer und spezifischer Hormonmängel eingeführt.
Diabetes (gr.) ...bedeutet den erhöhten Flüssigkeitsdurchlauf durch die Nieren. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht Diabetes meistens kurz für Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit. Diabetes mellitus ist eine im Wesentlichen hormonal bedingte Störung des Kohlehydratwechsels, der zur Aufnahme, Umsetzung, Verteilung und Abbau der Kohlehydrate zum Zweck der Energiegewinnung dient. Die ungenügende Verwertungsmöglichkeit der Kohlenhydrate (Zucker), führt zu einer Zuckerverarmung der Organe, einer Erhöhung des Blutzuckers und zum Auftreten abnormer schädlicher Stoffwechselprodukte, sowie zu einer Zuckerausscheidung im Harn. Ursachen sind innere Faktoren wie z. B. eine anlagebedingte, häufig erbliche Schwäche von Steuerungsvorgängen des Kohlehydratstoffwechsels. Zum Ausbruch der Zuckerkrankheit führt erst die Einwirkung von schädlichen äußeren Einflüssen wie z. B. Überernährung, Belastung durch Krankheiten und Umstellungsprozesse während der Wechseljahre, etc. Durch diesen Prozess wird aus einer Diabetesanlage bzw. einem latenten Diabetes ein manifester Diabetes.
DMP ...bedeutet 'Desease Management Programme' und heißt wörtlich übersetzt 'Krankheitsmanagement'. Das Ziel von DMP in Deutschland ist es, die Versorgung von chronisch Kranken zu verbessern. In strukturierten Behandlungsprogrammen legt der Arzt gemeinsam mit dem Patienten den Behandlungsverlauf fest und vereinbart mit ihm die Therapieziele. Die Einschreibung des Patienten erfolgt freiwillig. Durch die Programme soll dem Patienten geholfen werden, seine Krankheit besser einzuschätzen und gesundheitsförderndes Verhalten zu trainieren.
DRG ...das Kürzel steht für 'Diagnosis Related Groups' und bedeuted übersetzt 'Diagnose bezogene Gruppen'. In diesen Gruppen sind genau definierte Krankheitsbilder zusammengefasst, die dem neuen Abrechnungssystem der Krankenhäuser ab dem 1. Januar 2004 zu Grunde liegen. Das heißt im Klartext: Die stationäre Behandlung von Patienten wird in den Kliniken dann nur noch pauschal vergütet - nicht mehr nach dem individuellen Krankheits- bwz. Heilungsverlauf und Aufwand. Als Folge davon soll sich die Dauer der Krankenhausaufenthalte auf das notwendige Minimum reduzieren, um das angeschlagene Gesundheitswesen in Deutschland zu sanieren.
Dysmelie ...bezeichnet eine angeborene Gliedmaßenfehlbildung.
Embolie (gr.) ...ist die plötzliche Verstopfung von einer größeren oder kleineren Schlagader, verursacht durch den Embolus, einer Art Fremdkörper. Dieser ist irgendwo im Blutgefäß entstanden und wird eine Strecke weit im Blutstrom mitgeschwemmt, bis er in ein ihm zu enges Gefäß gerät und eingekeilt wird. Der Blutstrom im betroffenen Gefäß und seinem Versorgungsgebiet wird schlagartig unterbrochen und abgesperrt. Die häufigste Form ist ein Blutgerinnsel, das auf Grund einer Thrombose entstand, sich losgerissen hat und vom Blutstrom mitgenommen wird.
Extension ...Ausdehnung, Ausbreitung, Streckung
Fachinformation ...ist eine ausführliche Dokumentation über ein Arzneimittel, das Ärzten, Apothekern usw. von den Herstellern zur Verfügung gestellt wird. Das Dokument enthält Daten über Indikation, Dosierung, Wirkung, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen.
Femur ...ist der Oberschenkelknochen.
Festbetrag ...der Höchstbetrag, den die gesetzlichen Krankenkassen für verschreibungspflichtige Arzneimittel erstatten.
Fibula ...nennt sich in der Fachsprache das Wadenbein, der äußere Knochen des Unterschenkels.
Flexion ...ist die Beugung und bezeichnet die aktive oder passive Bewegung einer Gliedmaße, eines Gliedmaßenteils oder der Wirbelsäule aus der Streck- bzw. Mittelstellung in die Beugestellung.
Fraktur am Stumpf ...ist ein Knochenbruch am Stumpf, welcher bei Stürzen auftreten kann. Ohne Prothese kommt es am häufigsten zu Knochenbrüchen am Stumpfende. Bei einem Sturz streckt der Amputierte reflexartig das Bein aus und fällt auf den ausgestreckten Stumpf. Der Schaft einer Prothese bietet dem Stumpf bei einem Sturz zwar guten Schutz, wirkt aber gleichzeitig als Hebel. So kommt es beim Fall mit Prothese oft zu Brüchen auf Höhe des Schaftrandes. Besonders kompliziert und langwierig sind Brüche eines Gelenkes.
Gebührenordnung Nach der Gebührenordnung rechnen Ärzte Patienten ab, die bei einer privaten Krankenversicherung versichert sind. Auch Kassenärzte können danach abrechnen, wenn sie Leistungen erbringen, die nicht in das Spektrum der gesetzlichen Krankenversicherung gehören.
Gegenanzeige Als Gegenanzeige oder Kontraindikation werden Beschwerden, Erkrankungen oder Umstände bezeichnet, die die Anwendung eines Arzneimittels oder einer anderen therapeutischen Maßnahme verbieten bzw. nur mit Einschränkungen nach Rücksprache mit dem Arzt erlauben.
Gemeinsamer Bundesausschuss (GBA) ...ist ein Gremium, das aus Vertretern der Krankenkassen und Ärzten besteht. Auch Patientenvertreter haben seit 2004 ein Beteiligungsrecht. Im Mittelpunkt der Aufgaben steht die Qualitätssicherung. Das Gremium besitzt eine generelle Kompetenz zum Ausschluss oder zur Einschränkung von Leistungen - auf der Grundlage des allgemeinen Stand der medizinischen Kenntnisse.
Gesetzliche Krankenkasse In der gesetzlichen Krankenkasse sind alle Arbeitnehmer bis zu einem bestimmten Einkommen pflichtversichert. Die Beiträge werden unabhängig vom Risiko des Versicherten (Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand) als Anteil vom Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben.
Gesetzliche Krankenversicherung ...ist ein Zweig der Sozialversicherung. Der soziale Auftrag besteht darin, vollen Versicherungsschutz im Krankheitsfall paritätisch (d.h von Versicherten und Arbeitgebern finanziert), unabhängig von der finanziellen Leistungsfähigkeit des Versicherten zu gewährleisten. Der Leistungskatalog ist für alle Versicherten einheitlich und die Leistungsgewährung erfolgt nach medizinischem Bedarf.
Hautnekrose ...ist der lokale Gewebstod in einem lebenden Organismus als schwerste Folge einer örtlichen Stoffwechselstörung. Diese tritt z. B. in Folge von Sauerstoffmangel, chemischer (einschließlich bakterieller) Gifte oder physikalischer Wärme-, Kälte- und Strahleneinwirkung auf.
Hüftgelenk ...bezeichnet sich das Gelenk zwischen Becken und Bein. Genauer gesagt: die gelenkig verbundenen Knochen sind das Hüftbein und das Oberschenkelbein. Der Kopf des Oberschenkelbeines befindet sich in der Gelenkpfanne des Hüftbeines, die sogenannte Hüftpfanne. Das Hüftgelenk ist ein an sich allseitig bewegliches Kugelgelenk, dessen Überstreckung nach hinten jedoch durch das Ligamentum iliofemorale, das mächtigste Band des Körpers, verhindert wird.
Homöopathie ...ist eine durch Samuel Hahnemann begründete Therapieform. Die Schulmedizin behandelt die einzelnen Symptome der jeweiligen Krankheit nach einem festen Schema. So bekommen die meisten Patienten bei einer Erkältung z. B.ein Medikament gegen Schnupfen, eines gegen Husten und eines gegen Halsschmerzen. Die Behandlung richtet sich auf die Unterdrückung der Symptome aus. Im Gegensatz dazu achtet ein Homöopath auf die individuelle körperliche wie auch psychische Verfassung des Menschen. Bei keinem Patienten liegt einer Krankheit exakt die gleiche Ursache, mit den gleichen Symptomen zu Grunde. Patienten mit der gleichen Diagnose können folglich in der Homöopathie alle ein anderes Medikament erhalten. Homöopathische Arzneimittel sind auf pflanzlicher Basis und lösen keinerlei Nebenwirkungen aus.
Kassenärztliche Vereinigung (KV) In den KVs sind die Vertragsärzte der gesetzlichen Krankenkassen durch verbindliche Mitgliedschaft zusammengeschlossen. Sie haben die Aufgabe, die ambulante Behandlung der Versicherten der gesetzlichen Kassen sicher zu stellen.
Kassenleistung ...sind Gesundheitsleistungen, die von der Krankenkasse bezahlt werden. Die Leistungen der gesetzlichen Kassen sind in Pflicht- und Zusatzleistungen gegliedert. Die Pflichtleistungen sind im gesetzlichen Leistungskatalog festgelegt und für alle Kassen verbindlich - die Kassen können jedoch unterschiedliche Zusatzleistungen anbieten.
Kniegelenk Künstliche Kniegelenke werden von hüftexartikulierten, oberschenkelamputierten und knieexartikulierten Anwendern benötigt, um das Bein bzw. die Prothese beugen zu können und den Unterschenkel nach der Beugung wieder nach "vorne schwingen" zu können. Das Beugen und darauffolgende Vorbringen des Unterschenkels kann durch drei verschiedene Funktionsweisen der Kniegelenke erlangt werden. Mechanisch: Das Beugen des Knies und das "nach vorne" Schwingen des Unterschenkels wird durch eine Feder erreicht. Pneumatisch: Die Luft in einem Zylinder verhilft zur Beugung, zum Dämpfen und zur individuell einstellbaren Geschwindigkeit des Vorbringens.Hydraulisch: Bei hydraulischen Gelenken übernimmt Flüssigkeit in einem Zylinder das Beugen, Dämpfen und eine individuell einstellbare Geschwindigkeit des Schwingens. Diese Gelenke werden meist für aktiv Anwender mit einer Gehgeschwindigkeit ab 3 km/h eingesetzt. Weiterhin unterteilen sich künstliche Kniegelenke in einachsige und mehrachsige (polyzentrische) Gelenke. Ein einachsiges Kniegelenk knickt starr über eine Achse ab, ein mehrachsiges Kniegelenk bildet den Ablauf des natürlichen Kniebeugens nach und winkelt über mehrere Achsen in einer schiebenden Bewegung ab. Welches Kniegelenk für welchen Anwender geeignet ist, entscheidet der Orthopädietechniker nach den individuellen Ansprüchen des Anwenders an das Kniegelenk durch austesten. Hierfür spielen die Amputationshöhe, der Aktivitätsgrad sowie das Sicherheitsbedürfnis des jeweiligen Anwenders die ausschlaggebende Rolle.
Kohlehydrate ...sind organische Verbindungen, die Kohlenstoff, Wasser und Sauerstoff nach der allgemeinen Formel enthalten. Kohlehydrate sind Hauptbestandteil aller aus Getreide bereiteten Nahrungsmittel und reichlich in Kartoffeln und Hülsenfrüchten enthalten. Sie schmecken meistens süß und werden deswegen oft auch einfach als Zucker bezeichnet.
Kohlehydratstoffwechsel ...bezeichnet den Zuckerstoffwechsel. Im Gesamten handelt es sich um die Aufnahme, Umsetzung, Verteilung und Abbau der Kohlehydrate zum Zweck der Energiegewinnung.
Kollagen (gr.) ...heißt das aus einfachen Aminosäuren bestehende Gerüsteiweiß, dem Hauptbestandteil des Binde- und Stützgewebes. Das kollagene Bindegewebe besteht aus Sehnen, Knorpel, Bänder und Kapseln. Das Kollagen hat eine fädige Struktur, die kollagenen Fasern.
Kontraktur ...ist eine bleibende, nicht rückbildungsfähige Verkürzung von Weichteilen wie Muskeln, Bindegewebe oder Haut. Ursache ist z. B. eine Gewebsschrumpfung, die Folge daraus eine anhaltende Gelenkzwangsstellung.
Kosmetik ...nennt sich die Verkleidung der Prothese. Optisch ist sie einem natürlichen Bein möglichst naturgetreu nachgeahmt. Die Prothese wird dadurch unauffälliger und die Kosmetik verhindert gleichzeitig das Einklemmen der Kleidung in den Prothesenteilen. Die Kosmetik erhöht für viele Anwender die Akzeptanz, die Prothese im Alltag zu tragen.
Kostenerstattung In der privaten Krankenversicherung gilt das Strukturprinzip der Kostenerstattung. Dabei bezahlen die Versicherten grundsätzlich alle Kosten für Gesundheitsleistungen selbst. Nach Vorlage der Rechnung erstattet die private Krankenversicherung die Kosten je nach den Bedingungen des Versichertenvertrages voll oder teilweise.
Ligamentum ...ist ein festes, sehnenähnliches Band aus Bindegewebe zur Verbindung beweglicher Teile des Knochensystems, besonders an Gelenken.
Lokalanästhetikum ...ist ein örtlich schmerzstillend wirkendes Mittel zur Behandlung von Neuromen. Es wird direkt in das Nervenknäuel gespritzt.
Mazeration ...ist eine Aufquellung bzw. Erweichung von Geweben durch längeren Kontakt mit Flüssigkeiten.
Medizinischer Dienst der Krankenkassen (MDK) ...ist der sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Die vielfältigen Aufgaben sind im Sozialgesetzbuch festgelegt, so zum Beispiel die gutachterlichen Stellungnahmen bei Leistungsgewährungen und die meisten Fragen der Qualitätssicherung.*
Medizinprodukte ...sind alle einzeln oder miteinander verbunden verwendeten Instrumente, Apparate, Vorrichtungen, Stoffe oder andere Gegenstände zum Zweck der Untersuchung, Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten, Verletzungen oder Behinderungen.
Multiorganbeteiligung (-versagen) ...bedeutet ein gleichzeitiges Versagen bzw. eine schwere Funktionseinschränkung verschiedener lebenswichtiger Organe (z. B. Niere, Leber, Lunge).
Neuraltherapie ...ist eine Behandlungsmethode, die z. B. bei schmerzhaften Verspannungen durch gezielte Injektion von Schmerzmitteln (Lokalanästhetika) im Schmerzbereich (Störfeld) wieder normale physikalische Bedingungen herstellt, eine so genannte „Entblockierung“. Die Heilung wird dadurch unterstützt und für weitere Therapien der Weg freigemacht.
Neurodermitis ...nennt sich das so genannte endogene (im Körperinnern entstehende) Ekzem bei Kindern und Erwachsenen, welches eine chronisch entzündliche Hauterkrankung mit starkem, sehr quälendem Juckreiz ist. Dieser tritt vor allem an Ellenbeugen, Kniekehlen, Hals und Kopfhaut auf und ist erkennbar durch die stark juckenden, geröteten und verdickten Herde sowie Kratzspuren. Ursache ist wahrscheinlich das Zusammenwirken von mehreren immunologischen und nichtimmunologischen Faktoren. Als Therapie werden pflegende Externa eingesetzt, welches teer- und harnstoffhaltige Präparate sind. Bei Schüben werden ggf. Corticosteroide (Hormone) verwendet. Zur internen Therapie dienen Antihistaminika (Arzneimittel gegen allergische Reaktionen), UV- und Klimatherapie, Diäten mit entsprechend festgestellten Nahrungsmittelunverträglichkeiten, autogenes Training und psychotherapeutische Verfahren. Unter psychischer Belastung ist eine Verschlechterung dieser Hauterkrankung möglich.
Neurom ...bei Beinamputierten "Amputationsneurom" genannt. Darunter versteht man kleine Nervenknäuel, die an der Stelle entstehen, an der die Nerven durchtrennt wurden. Neurome senden bereits bei einer leichten Reizung starke Schmerzsignale aus. Wenn lokale Maßnahmen zur Schmerzlinderung nicht ausreichen, ist an eine mögliche operative Stumpfkorrektur zu denken.
Nutzen-Risiko-Bewertung Bei der Nutzen-Risiko-Berwertung werden die erwünschten Wirkungen und die unerwünschten Nebenwirkungen eines Präparates gegeneinander abgewogen. Danach darf nur eingesetzt werden, was bei bestimmungsgemäßer Anwendung keine schädlichen Nebenwirkungen hat, die medizinische Maßstäbe übersteigen.
Patella ...ist die Kniescheibe.
Patentschutz Ein Patent ist das Recht, andere von der Benutzung einer Erfindung für einen begrenzten Zeitraum - üblicherweise 20 Jahre - auszuschließen. Ohne das Einverständnis des Patentinhabers dürfen andere die Erfindung nicht nutzen.
Phantomschmerz ...nennt sich der Schmerz, den Amputierte in den nicht mehr vorhandenen Gliedern, den so genannten Phantomgliedern, empfinden. Diese Erscheinung beschränkt sich nicht nur auf schmerzhafte Empfindungen, sondern die Amputierten fühlen das Phantomglied und empfinden seine Lage im Raum, z. B. bei entsprechenden Bewegungsabsichten. Die Unwirklichkeit dieser Empfindungen ist ihnen dabei jedoch durchaus bewusst. Bis heute gibt es zwar etliche Theorien, aber die genauen Ursachen des Phänomens sind immer noch ungeklärt. Phantomschmerzen treten bei einem erheblichen Prozentsatz von Amputierten auf. Was die gesamte Entstehung und Entwicklung der beteiligten Faktoren (=Pathogenese) des Phantomschmerzes betreffen, spielen die Stumpfverhältnisse (z. B. Neurom und Narbe) eine gewisse Rolle. Man ist heute zunehmend der Meinung, dass auch regenerative (=rückgewinnende) Prozesse im zentralen Nervensystem an der Entstehung der Beschwerden beteiligt sind. Phantomschmerzen sind bei Betroffenen zum Teil konstant oder anfallsartig. Die Beschwerden haben die Tendenz, mit dem Alter zuzunehmen. Sie sprechen oft gut auf Opiate an, weswegen bei vielen Patienten Suchtgefahr besteht. Der Phantomschmerz tritt umso häufiger auf, je länger der Betroffene bereits vor durchgeführter Amputation Schmerzen hatte. Dies wird dann als so genanntes 'Schmerzgedächtnis' bezeichnet.
Phantomsensationen ...sind Gefühle im amputierten Glied, die evtl. unangenehm, aber nicht schmerzhaft sind. Empfunden werden z. B. Temperatur- und Berührungserscheinungen auf der Hautoberfläche, die Wahrnehmung der Lage und Form, spontane Bewegungen oder Kribbeln.
Placebo ...ist ein Scheinpräparat ohne Wirkung, dass äußerlich nicht vom Echten (Verum) zu unterscheiden ist. Es wird in Blindversuchen bei der klinischen Prüfung von neuen Präparaten eingesetzt.
Private Krankenversicherung Private Unternehmen bieten Krankenversicherungsschutz an. Dabei ist der Versicherungsschutz nicht gesetzlich geregelt - Art und Umfang der Versicherungsleistungen sowie die damit verbundenen Tarife werden vertraglich vereinbart.
Progressive Muskelrelaxation ...ist ein Entspannungsverfahren nach Jacobson als Alternative zum Autogenen Training. „Progressiv“ bedeutet, der erholsame Zustand wird Schritt für Schritt aufgebaut. „Muskelrelaxation“ steht in diesem Zusammenhang für Entspannung. Man spannt bei diesem Verfahren seine Muskeln noch stärker an, als sie es durch die Belastungen des Arbeitstages ohnehin schon sind. Man verstärkt bewusst die Muskelbelastung. Wenn man nun die Spannung löst, breitet sich ein erholsames Gefühl aus.
Rehabilitation ...bezeichnet die Maßnahme zur körperlichen, sozialen und seelischen Wiedereingliederung eines behinderten Menschen in das Berufs- und Privatleben. Die Rehabilitation nach einer Amputation umfasst die prothetische Versorgung, die ganzheitliche Kräftigung des Körpers, die Gehschulung und evtl. berufliche und emotionale Rehabilitationsmaßnahmen.
Rehabilitationssport ...ist ein ärztlich verordneter Sport, der gesetzlich abgesichert ist. Als ergänzende Maßnahme der medizinischen Rehabilitation wird dieser in Gruppen und unter Obhut eines Arztes durchgeführt. Rehabilitationssport wird von fast allen Behindertensportverbänden angeboten.
Rezept ...ist eine Verordnung oder Verschreibung des Arztes, welches Hilfsmittel der Apotheker oder das Sanitätshaus in welcher Menge und Dosierung an den Patienten abgeben soll.
Rotationselement ...ermöglicht die abschnittsweise Drehung der Versorgung. So gleicht es durch die Prothese eingeschränkte Drehbewegungen der Gelenke aus. Zum Beispiel ist es bei einer Oberschenkelprothese nicht möglich den Oberkörper in der Hüfte seitwärts zu drehen, ohne auch den Fuß in die gewünschte Richtung auszurichten. Erst ein unterhalb des Schafts eingebautes Rotationselement lässt die gewünschte Seitwärtsdrehung ohne das Umstellen des Fußes zu.
Rote Liste ...ist ein Katalog von Arzneimitteln, der von den Verbänden der Arzneimittelhersteller herausgegeben wird. Sie dient vor allem der Überschaubarkeit aller erhältlichen Arzneimittel.
Schaft ...ist immer das oberste Prothesenglied. Er umfasst den Stumpf und nimmt das Körpergewicht auf, um es großflächig auf die unteren Prothesenpassteilen zu übertragen. Jeder Schaft wird individuell für den jeweiligen Anwender angefertigt. Bei Oberschenkelamputationen gibt es die querovale und die längsovale Form, auch Cat Cam Schaft genannt. Die längsovale Schaftform des Cat Cam-Schaftes bietet viele medizinische Vorteile wie ungehinderte Durchblutung des Stumpfes, erhöhten Erhalt der Muskulatur, natürliche Belastung des Hüftgelenks (und nicht des Sitzbeinknochens) sowie die bessere Führung der Prothese. Ein Vollkontaktschaft ist exakt an die Anatomie des jeweiligen Stumpfes angepasst, d.h. der gesamte Innenbereich des Schaftes liegt direkt an der Haut des Stumpfes an. Diese Form erzielt eine gleichmäßige Druckverteilung des Körpergewichts auf die Prothese. Zusätzlich wird Halt und Kraftübertragung über die gesamte Stumpfoberfläche ermöglicht. Weitere Vorteile sind vermindertes Schwitzen im Schaft und eine bessere Durchblutung des Stumpfes.
Schmerzgedächtnis ...ist der Teil des Gehirns, in dem regelmäßig auftretende starke Schmerzen gespeichert werden. Der Schmerz wird dadurch chronisch. Dies kann dazu führen, dass sogar leichte Schmerzreize starke Schmerzen auslösen (siehe Phantomschmerz).
Silikonliner ...verbinden den Stumpf mit dem Schaft und garantieren so einen festen Halt der Prothese am Bein. Er wird über den Stumpf gezogen und mit einer Verrieglung im Inneren des Schafts befestigt. Durch das Tragen hält ein Liner den Stumpf außerdem in gleichmäßiger Form und bietet hautpflegende und schützende Eigenschaften. Silikonliner gibt es in verschiedenen Ausführungen, je nach Anwenderbedarf und Mobilitätsklasse mit und ohne Texturüberzug.
Sozialgesetzbuch (SGB) Das SGB enthält Regelungen über die verschiedenen Zweige der Sozialversicherung als auch über jene Teile des Sozialrechts, die nicht den Charakter einer Versicherung tragen, sondern als Leistungen staatlicher Fürsorge aus Steuermitteln finanziert werden. Das SGB gliedert sich in bisher zwölf Bücher, das fünfte Buch (SGB V) regelt das Recht der Gesetzlichen Krankenkassen.
Stoßdämpfer ...dämpfen den Auftritt. So knallt der Stumpf beim Gehen nicht mit dem gesamten Körpergewicht auf die Prothese. Bei Oberschenkelamputierten und Knieexartikulierten wird er unter dem Kniegelenk eingebaut, bei Unterschenkelamputierten unter dem Schaft.
Stumpf ...ist der nach der Amputation eines Gliedmaßenteils zurückbleibende Gliedmaßen-Endteil. Der Amputationsstumpf trägt gegebenen Falls die Prothese und muss daher entsprechend der jeweiligen ärztlichen Unterweisung sorgfältig gepflegt werden.
Stumpfschmerzen ...sind direkt am Amputationsstumpf lokalisiert und können Folge verschiedener zu Grunde liegender Ursachen sein. Je nach Verlauf werden akute und chronische Stumpfschmerzen unterschieden. Akute Schmerzen am Amputationsstumpf treten meist kurze Zeit nach der Operation auf. Die Ursachen sind in erster Linie der postoperative Wundschmerz, eine Infektion oder ein Hämatom. Chronische Schmerzen können Folge einer Durchblutungsstörung oder Nervenschädigung sein. Weitere Ursachen sind Narbenschmerzen, Knochensporne, mangelhafte Prothesenanpassung oder z. B. chronische Infektionen. Eine wichtige Rolle spielen auch so genannte Amputationsneurome. Die Durchtrennung eines peripheren (=am Rande befindlichen) Nerves führt dazu, dass das freie Ende wieder eine neue Anschlussstelle sucht. Kann diese nach einer Amputation nicht gefunden werden, so kommt es zum ziellosen Aussprossen von Nervenfasern und es entstehen Neurome, die häufig Ausgangspunkt heftiger Schmerzen sind. Dabei kann schon eine normale Berührung starke Schmerzen verursachen. Stumpfschmerzen sind in der Regel gut lokalisierbar. Ihr Schmerzcharakter ist von der Ursache abhängig und kann alle Qualitäten wie z. B. brennend, elektrisierend, schneidend, stechend oder krampfartig aufweisen. Je nach Verlauf unterscheidet man auch einschießende Schmerzattacken und anhaltende Dauerschmerzen.
Stumpfschwankung ...nennt sich die Volumenänderung des Stumpfes. Ursachen hierfür können z. B. Muskelabbau, Gewichtsveränderung oder Veränderung der Gewebsflüssigkeit sein. Eine Veränderung des Volumens führt dazu, dass die Form des Stumpfes nicht mehr genau der Form des angepassten Schaftes entspricht. Der Patient selbst kann den Schwankungen mit bewußter Nahrungsaufnahme, regelmäßiger Bewegung und dem kontinuierlichen Tragen der Prothese sowie eines Silikonliners entgegenwirken. Das feste Material des Schaftes hält, wie auch das Silikon des Liners, den Stumpf in einer gleichmäßigen Form. Zusätzlich gibt es noch verschiedene Möglichkeiten den Schaft auszupolstern, z. B. mit dem VSS-System, um den Schaft an die unterschiedlichen Stumpfvolumina anzupassen. In manchen Fällen ist es jedoch notwendig, einen völlig neuen Schaft anzupassen.
Telescoping ...hiervon spricht man, wenn sich die auftretenden Phantomsensationen verändern. Nach der Amputation entspricht das Phantom der Form und Größe des amputierten Körperteils. Beim Telescoping verkürzt sich das Phantom nach und nach. Die fehlende Hand oder der Fuß befinden sich schließlich direkt am Stumpf.
TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation) ...ist ein kleines Gerät, welches auf der Basis von Reizstrom arbeitet. Die Intensität des Reizstroms kann stufenlos eingestellt werden und erzeugt elektrische Impulse. Das TENS-Gerät wird z. B. zur Behandlung von Phantomschmerzen eingesetzt. Dazu wird es an den Stumpf angeschlossen, so dass die ausgesendeten elektrischen Impulse den Schmerz überlagern. Da der Effekt nur während der Therapie bzw. noch kurz nachher zu erreichen ist, bekommt der Patient das kleine batteriebetriebene Gerät mit nach Hause und kann auch dort diese Therapie selbst anwenden.
Therapeutische Breite Darunter versteht man die Differenz zwischen der Dosis, bei der die therapeutische Wirkung eintritt und der Dosis, bei der sich die unerwünschte Nebenwirkung einstellt. Arzneimittel bzw. Wirkstoffe, die eine geringe therapeutische Breite aufweisen (dosiskritische Arzneimittel) erfordern eine exakte Dosierung und Therapieüberwachung.
Thrombangiitisobliterans (gr./lat.) ...ist eine bei jüngeren Männern um das 30. - 40. Lebensjahr auftretende, und vor allem bei starken Rauchern besonders an den Beinen vorkommende Erkrankung der kleinen Blutgefäße. Es kommt zu Quellungen und Verdickungen der Gefäßinnenhaut, zu Wucherungen des darunter liegenden Gewebes und zu entzündlichen Veränderungen der Gefäßwand. Diese Vorgänge sind mit einer Abschnürung zu vergleichen und führen so zu erheblichen Durchblutungsstörungen der betroffenen Körperteile. Anzeichen sind kalte Füße, Schmerzen bei Muskelbewegungen, Gewebsschäden und Geschwürsbildungen.
Thrombose (gr.) ...bei dieser Krankheit entstehen in den Blutgefäßen, wie den Venen und dem Herzen, Blutgerinnsel (Thrombosen). Grundsätzlich kann die abnorme Blutgerinnung auf drei verschiedene Arten entstehen. Eine krankhafte Veränderung der Gefäßwände, wie z. B. Rauhigkeit, Anschwellung, Verletzung oder Entzündung, lassen einige Blutplättchen hängenbleiben. Dadurch kommt an dieser Stelle die Blutgerinnung in Gang und es bildet sich ein Gerinnsel. Ursachen sind z. B.Quetschung oder Verletzung der Vene. Die Verlangsamung der Blutströmung kann ebenfalls zum Zerfall von Blutplättchen und damit zur Gerinnselbildung führen. Ursache hierfür kann einerseits Druck auf die Gefäße andererseits eine Gefäßerweiterung sein, wie das z. B. bei Abschnürung, Schwangerschaft und Krampfadern der Fall ist. Veränderungen der Blutzusammenfuhr können zu Thrombosen führen, in dem die Gerinnungsneigung des Bluts abnorm gesteigert ist. Dies geschieht z. B. durch Blutübersäuerung, Blutplättchenvermehrung oder Veränderung der weißen Blutkörperchen.
Tibia ...ist das Schienbein, genauer definiert der stärkere der beiden Unterschenkelknochen auf der Innenseite des Beines.
Trauma (gr.) ...bezeichnet die schädliche physische oder psychische Einwirkung auf den Organismus und tritt z. B. bei Verletzung, Verwundung, Gewalteinwirkung oder Psychoterror ein.
Triggerpunkte ...sind Reizpunkte, die bei Berührung Schmerzen auslösen. Sie können z. B. Auslöser für Stumpf- und Phantomschmerzen sein
Vene (lat.) ...nennt sich die Blutader und ist der Name aller Blutgefäße, die zum Herzen hinführen. Die Wand der Venen ist im allgemeinen schwächer als die der Arterien, da der Blutdruck im Venensystem geringer ist. Arterien könnte man mit Röhren vergleichen, Venen dagegen mit Schläuchen. Am "muskelstärksten" sind die Venen der Gliedmaßen und der unteren Körperhälfte.
VerordnungMit einer Verordnung oder Verschreibung (Rezept) weist ein Arzt an, welches Arznei- oder Hilfsmittel in welcher Menge und Dosierung an den Patienten abgeben soll.
Versorgung ...ist der übergeordnete Begriff für alle vom Orthopädietechniker erbrachten Leistungen einer prothetischen Versorgung. Dazu zählen z. B. der Kostenvoranschlag, Abdrucknahme, Auswahl der Prothesenpassteile, Anpassung der Prothese sowie die Abrechnung mit der Krankenversicherung, etc.
Vollkontaktschaft ...ist exakt an die Anatomie des jeweiligen Stumpfes angepasst, d.h. der gesamte Innenbereich des Schaftes liegt direkt an der Haut des Stumpfes an. Diese Form erzielt eine gleichmäßige Druckverteilung des Körpergewichts auf die Prothese. Zusätzlich wird Halt und Kraftübertragung über die gesamte Stumpfoberfläche ermöglicht. Weitere Vorteile sind vermindertes Schwitzen im Schaft und eine bessere Durchblutung des Stumpfes.
Zuckerkrankheit ..siehe Erklärung unter dem Begriff "Diabetes".
Zuzahlung ...ist die Selbstbeteiligung des Patienten an den Gesundheitsausgaben der Krankenkassen. Die Zuzahlung bezeichnet bespielsweise den Betrag, den der gesetzlich Versicherte in der Apotheke zahlen muss, um ein ärztlich verordnetes Arzneimittel zu erhalten (früher Rezeptgebühr genannt

