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13. März 2010 Senkrecht bleiben!

Falltraining 13. März 2010

"Plötzlich lag ich. Begriffen hab' ich das erst, als es schon passiert war!"

So oder so ähnlich haben wir unsere Erfahrungen. Mal schmerzhaft, mal bösartig und langwierig, mal glimpflich. Immer unvermutet. Bei einem Sturz haben doch unsere Körperteile irgendwie die unverständliche Angewohnheit, zur richtigen Zeit nicht am richtigen Platz zu sein. Was ist da zu tun?
Kampfsporttrainer und Orthopädietechnikermeister Daniel Vette ist bei uns immer wieder präsent mit wichtigen Ratschlägen aus seinem Erfahrungsschatz oder er nimmt gern an unseren Wanderungen teil. Er schlug uns auch dieses Falltraining vor. Damit half er uns nun bei der gedanklichen und praktischen Auseinandersetzung mit diesem Gefahrenkomplex. Stolpern und Stürzen, jederzeit ist das möglich, aber bitte, immer einmal mehr aufstehen! Grundsätzlichen Schutz gäbe es nur bei absoluter Abschottung von jeder Laufbewegung. Absolut nicht empfehlenswert!

In erster Linie muss es uns darum gehen, den Fall zu verhindern. Vorbereitet sein, aufmerksam gegenüber möglichen Hindernissen und Stolperfallen. Konzentriert, auch wenn man sich unterhält. Wenn es aber passiert, muss es darum gehen, den Fall zu mildern. Darum ging es bei unserem Training vorwiegend.

Gestreckte Gelenke oder Finger bieten dem Untergrund größten Widerstand. Wir erzeugen keine Schlaglöcher. Statt dessen entstehen Verletzungen viel wahrscheinlicher bei uns, bis hin zu Knochentrümmern. Der Stoß setzt sich weiter fort, bei den Armen bis zu den Schultern, beim Unterschenkelstumpf bis ins Becken hinein. Weil nur gebeugte Gelenke eine federnde Wirkung erzeugen. Absolut schlimm ist es, wenn beide Ellenbogen aufschlagen. Oder der Kopf.
Vorwärtsfall: Bruchgefahr ist besonders dann, wenn beim Fallen nach vorne die Arme gestreckt breit auseinander gehalten werden. Sobald aber die Hand der Prothesenseite in der Mitte der Fallrichtung aufkommt und die Ellenbogen leicht angewinkelt sind, federt der Sturz besser ab und das Körpergewicht bringt ein Fallen zur Seite der Prothese, mit leichter Rollbewegung. Der Fall wird sanfter. Beide Arme schützen auf dieser Seite den Oberkörper und den Kopf.
Rückwärtsfall: Auch hier soll es zur Seite der Prothese gehen, mit beiden schützenden Armen. So kann auf flachem Grund der Hinterkopf nicht so stark aufschlagen. Auch die Wirbelstruktur und die Bandscheiben sind so weniger in Gefahr. Das Gesäß könnte man dabei als das nutzen, was es ist, als Polster.
Verhindern und Mindern: Unsere Reaktionen können auch durch das sogenannte "Muskelgedächtnis", also antrainierte Abläufe, mental verbessert werden, wenn man sich damit immer wieder auseinander setzt. Und wenn nicht? Setzt dann das Vergessen ein, der sog. "Muskelgedächtnisschwund"?
Wir alle möchten uns hiermit bei Daniel ganz herzlich für dieses überaus wichtige Training bedanken!
-rojo-

Zu den Bildern ganz oben: Unsere SHG "Mittlerer Neckar" und Referent Daniel Vette: Lockeres,aber konzentriertes Vorgespräch


Fall nach hinten auf den Po, eine ganz gute Variante: Bei Drehung nach rechts schützt die linke Hand den Kopf, der rechte Arm den Oberkörper... - ...währenddessen sind unsere eigenen Sitzflächen auf der Zuschauertribüne in bevorzugter Position


Die rechte Hand stark nach links aufgesetzt, wodurch der Körper nach rechts drehen kann und den linken Arm entlastet... - ...Nur 10 sec. später: Das Gesicht wird nicht beschädigt, die seitliche Rollbewegung verteilt die Sturzkraft


Aufstehübungen... - ...mit gestreckten Beinen




Stolpern, Auffangbewegung... - ...und 6 sec. später der Erfolg der richtigen Reaktion, die Arme sind noch gebrauchsfähig, nix passiert!




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