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Selbsthilfegruppe für Menschen mit Arm- oder Beinamputation sowie für deren Angehörige im Gebiet Mittlerer Neckar
Gehtraining
Erfolgreiche Gruppentrainings"Seit dem 17. September 2009 finden als Fortführung der Lauftreffs an und um die Bürgerseen Gehtrainings in der Praxis für Physiotherapie Sybille Main in Nürtingen statt. Die Beteiligung der Mitglieder unserer SHG Mittlerer Neckar ist zwar naturgemäß schwankend, aber insgesamt sehr gut. In dieser Praxis besteht die hervorragende Möglichkeit für uns, dass wir alle vorhandenen Geräte gemeinsam nutzen können! Wie zum Beispiel den Barren, das Airex-Kissen, Therapiekreisel, Laufband, unterschiedliche Fußhürden. Wichtig ist vor allem, dass dies in der Gruppe geschieht. Es macht dadurch richtig Spaß, besonders, wenn wir alle auf den wacklichsten Unterlagen sitzen oder stehen und uns die Bälle zuwerfen oder Luftballons fingerkicken. Alles zugunsten der Gewinnung von Gleichgewicht und Koordination unter fachgerechter Anleitung und Hilfestellung sowie verlässlicher Präsenz des Praxisteams, wenn wieder jemand ein "Wagnis" eingeht. Diese Praxis ist eine ungewöhnliche und wertvolle Unterstützung für unsere Selbsthilfegruppe!"
-Roland-
"In der Gruppe macht es großen Spaß und man bekommt dadurch die Motivation zur Teilnahme, auch bei schwierigen Dingen. Wir bekommen von den Fachkräften immer gut erklärt, worauf es ankommt. Ich glaube, es wird mit der Zeit intensiver und es geht mit der Zeit auch immer besser."
-Marlene-
- selbständiges Anlegen und Ablegen der Prothese
- Aufstehen und Hinsetzen, mit oder ohne Prothese
- Gleichgewichtsübungen und Schrittübungen
- Übergang zum freien Gang -
Wenn diese Aktivitäten beherrscht werden,werden schwierigere Aufgaben gestellt. Dazu gehört das Treppensteigen, das Gehen auf unebenem Boden, das Übersteigen von Hindernissen, das Wiederaufstehen nach dem Fall etc. -
Die Gehschule ist nicht nur zum Erlernen des Gehens mit einer Prothese, sondern auch das Üben von Gebrauchsbewegungen, um den Bewegungsanforderungen des täglichen Lebens mit relativer Leichtigkeit und Sicherheit gewachsen zu sein (Umdrehen, Gegenstände vom Boden aufheben, Treppensteigen,Rolltreppe fahren, sich auf ungewöhnliche Bodenverhältnisse einstellen, Aufstehen nach einem Sturz etc.). -
Beim ADL-Training (activity daily livings - Aktivitäten des täglichen Lebens) wird die Leistungsfähigkeit sowie die funktionelle Selbständigkeit mit der Prothese gesteigert."
-Sibylle Main-
"Ich war überrascht über die vielen Geräte. Es war zwar stressig, aber es hat mir was gebracht, die Muskulatur, das Gleichgewicht. Wir konnten locker alles nach Belieben nutzen. Nächstes Mal bin ich wieder dabei."
-Helmut-
"Ich habe bisher Einzeltrainings gemacht, das waren aber immer nur 10 Minuten, also viel zu kurz. Um ein richtiges Gehtraining zu bekommen, hatte ich auch bei der Kasse bisher keinen Erfolg. Hier bei Sybille in der Gruppe, mit den vielen Geräten und Trainingsmöglichkeiten ist das sehr sinnvoll und man kommt weiter damit."
-Doris-
Kegeln
"Von der Bewegung her ist es wichtig, dass wir auch kegeln. Zweimal war ich bisher dabei und das seit etwa 40 Jahren. Mein Ziel ist es, auch ohne Gehhilfen kegeln zu können."-Marlene-
-Albert-
Wandern
"Es tut gut, persönlich und für die Gemeinschaft, es passiert mehr für das "Gruppendenken", man kann sich besser unterhalten, es geht nicht so tierisch ernst zu. Wandern in der Gruppe - eine ideale Sache! Es wäre heute im Schnee (13.02.2010) auch für weniger Geübte machbar gewesen, so sie denn wollen."
-Thomas-
"Einfach richtig gut! Es bringt jedem was, man muß nicht extra amputiert sein. Erfahrungen austauschen ist wichtig. Wandern allein ist schon richtig gut. Der Pulverschnee heute (13.02.2010) war leicht zu bewältigen, es hat riesig Spaß gemacht!"
-Sergej-
Ausblick
Komplett barrierefrei...
(...ein Zitat der Zeitung DIALOG 21, Ausgabe 2 - September 2010) zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm.Ein Projekt, das in die Zukunft weist! Bemühungen und Kritik am Sicherheitskonzept und an Barrierefreiheit.
Der § 2 der Bahnbetriebsordnung fordert, Einrichtungen müssen für alle Behinderten nutzbar sein. Sollte also jemand ausnahmsweise die Rolltreppen mit dem Rollstuhl nicht bewältigen können - auf zu den Fahrstühlen!
Möchte man heute mit dem Rollstuhl von der mittleren Ebene der Klett-Passage (U-Bahn) zu den Fernbahngleisen hinauf, darf man eine kleine Rundreise antreten. Zuerst per Fahrstuhl hinunter (wie könnte es auch anders sein) zur S-Bahn-Ebene, umsteigen in den nördlich befindlichen Fahrstuhl, dann erst hinauf. Geht ganz schnell, vielleicht gibt es ja kaum Wartezeit.
Mit Rollstuhl von außerhalb ebenerdig, z. B. vom Südausgang? Fehlanzeige! Treppen. Kein Aufzug. Das geht eben nur eben am Nordausgang! Gute Reise!
Schlichtung vom 20.11.2010 nach den zur Verfügung gestellten Unterlagen: Bei S 21 seien Fahrstühle zwar nicht "für den Regelfall" da, man bräuchte sie ja nur zu "beantragen", man bekäme sogar "besonderes Personal". Also nun viel praktischer beim Umsteigen als früher, wo man alleine gelassen wurde! Hinauf mit "netter Bedienung" zu einer der drei Fußgängerbrücken, noch ein schöner Fahrstuhl, hinunter zum gewünschten Gleis - und schon sieht man den Zug fahrplanmäßig hinten im Tunnel verschwinden.
Was Behinderte aber noch betreffen könnte, ist die Sicherheit bei Notfällen. Wie läuft die Evakuierung von bis zu 16.000 Bahnhofnutzern bei einem Notfall, wenn die Breite der Fußgängerbrücken über die Gleise auf bis zu großzügige 2,50 Meter eingengt sein soll? Und wie flüchtet ein Behinderter in der Menge, wenn bei Panik oder Feuer oder Überbeanspruchung des "besonderen Personals" Fahrstühle nicht nutzbar sind?
Aktuell gibt es ja auch noch jede Menge öffentlicher Behinderungen trotz Existenz des gut gemeinten § 2. Schlecht oder gar nicht geschultes Personal; Rampen bis zu 10% Steigung; eingesparte Aufzüge; Unmöglichkeit des Einstieges in Fernzüge; das intelligente Dilemma der unterschiedlichen Bahnsteighöhen bei Bahnhöfen mit Betrieb unterschiedlicher Wagentypen...!
Zitate
Heiner Geisler: "Aufzüge sind zu klein."
Andreas Drewes, Beauftragter des Fahrgastverbandes "PRO BAHN" (Bundesverband) zum Sicherheitskonzept: Sinngemäß:"Ebenerdig ist für Behinderte mit Rollator oder Rollstuhl grundsätzlich besser (als Fahrstuhlbedarf)." Sein Fazit (er selbst ist mehrfach behindert): "Der Tiefbahnhof ist aus Sicht behinderter Menschen überhaupt nicht tragbar!"
Hans Heydemann, beratender Ingenieur für Energie- und Anlagentechnik: "...bin entsetzt über Planfeststellungsbeschluß." - "Aufzüge sind nicht eigenständig nutzbar." - "zudem sind die Fluchtwege zu schmal." - "erhebliche Nachteile in sicherheitstechnischer Hinsicht!"
-rojo-
Andere Umstände?
Nachschlag zum Thema "Komplett barrierefrei"
"Es sind nicht die Umstände, die den Menschen schaffen. Der Mensch ist es, der die Umstände schafft." Benjamin Franklin
Der vorangegengene Beitrag hat mit den Aktivitäten der Selbsthilfegruppe unmittelbar nichts zu tun. Der Gedanke, er hätte also auch auf unserer Internetplattform nichts zu suchen, wäre deshalb verständlich.
Jedoch wurde bei einem unserer Gruppenabende, etwa im Ausklang 2009. das Thema der Behinderungen durch öffentliche Einrichtungen besprochen, und zwar durch Dieter Jüptner, also konkret aus der Sichtweise des eben erst gegründeten Bundesverbandes. Wir alle wurden aufgefordert, überall die Augen offen zu halten und auf derartige Dinge zu achten, wenn wir unterwegs sind. Darauf aufmerksam zu machen, damit man etwas unternehmen kann.
Wir wissen also, dass es in der Vergangenheit mitunter bzw. üblicherweise die verantwortungslose Gedankenlosigkeit ist, die dazu führte, Behinderte mit ihren Bedürfnissen schlichtweg zu vergessen. Seit "ewigen" Jahren dürfen sich Behinderte damit zurechtfinden.
In Stuttgart wird nun begrüßenswerter Weise öffentlich die Zukunft von neuen Einrichtungen engagiert diskutiert und damit wachsendes Bewusstsein geschaffen! Eine ungewöhnliche Vorgehensweise, die mancher nicht gewöhnt ist. Und eine große Chance für Bewegung in die richtige Richtung. Wenn aber, wie teilweise eben doch wieder befürchtet wird, im Prinzip "modernisierte Fehler" tatsächlich realisiert würden, dann wären es gleich mal locker weitere lange Zeiten, in denen unsere nachfolgenden "Stumpfgenerationen" diesen Genuß auskosten dürften,
Folglich wäre also dieses Thema doch etwas für unsere Gruppe. Als Gruppe können wir zum Beispiel den Bundesverband dazu auffordern, die aktuelle Aufmerksamkeit und Sensibilität zu nutzen, um die spezifischen Bedürfnisse von Arm- bzw. Beinamputierten noch bewusster zu machen, auf welchem Wege und mit welchen Ansprechpartnern auch immer (wenn er es nicht bereits tut).
Ich möcht vorschlagen, hier in der Rubrik "Meinungen und Resonanzen" eure persönlichen Meinungen zu dieser Thematik einzubringenm, denn der Mensch ist es, der auch die barrierefreien und anderen Umstände schafft.
-rojo-
Schneeflockentraining
Prothesentest im Tiefschnee
Trotz dieses "ungewohnt normalen" Winters müssen wir auch mal raus und bei Erledigungen damit zurechtkommen. "Das ist doch recht gefährlich", höre ich immer wieder. Und was ist bitte mit zu wenig Bewegung?Es sind aber oft nur meine Befürchtungen, die mich zurückhalten. Eine Sturzgefahr muss aber nicht größer sein als ohne Schnee. Mit den verschiedenen Formen der winterlichen Glätte kann man lernen umzugehen. Wer keine Lust hat, monatelang zu Hause zu "versauern", sollte sich damit befassen.
Unser Training bei Sybille wird auf weißen Waldwegen wunderbar ergänzt. Die tiefen Fußabdrücke der anderen Waldgänger brachten mir wichtige Arbeit für ungeahnte Muskelpartien.
Oder der von Fahrzeugen in langen schmalen Reihen gefurchte Schnee in einer Wohnstraße. Wenn ich nicht in der Reifenspur, sondern bewußt in diese bis 15 cm hohen, zerwühlten Schneestreifen trete, bekomme ich das Gefühl dafür, wie man dieses Rutschen im hohen Schnee sicher bewältigen kann.
Auch im Schloßgarten war es ein tolles Erlebnis, die Prothese ohne Schwierigkeit durch noch frischen, unberührten, über 20 cm hohen Pulverschnee zu ziehen.
-rojo-
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