SHG MN Seite/TdoT Gerlingen Juli 2010

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Selbsthilfegruppe für Menschen mit Arm- oder Beinamputation sowie für deren Angehörige im Gebiet Mittlerer Neckar

Heiße Luft bei Offener Tür

Tag der Offenen Tür in Gerlingen am 3. Juli 2010

Eine super vorbereitete Veranstaltung: Der große Hof mit 3 Reihen Biertischen und -bänken unter Sonnenschirmen, an 2 Seiten umgeben von Ständen verschiedener Hersteller, an der dritten Seite vom Stand unseres SHG-Kuchenteams und einem duftenden Würstchenstand, an der vierten Seite von einem Parcours für eine Extra-Attraktion.
Über allem: HITZE!

Und dann dieses Wetter in Kombination mit der heißer werdenden Fußball-WM! 37° Celsius, und man hatte den Eindruck, es würde ebenfalls immer wärmer. Die Folge war, dass doch einige der erwarteten Besucher kühlere und bequemere Pläne verfolgten. Unsere Hausmacher-Kuchen aus Meisterinnenhänden - überreichlich, überlecker (leider konnte ich nicht alle testen). Vereinzelte Gespräche an den Ständen, Besichtigungen der Firmenräume. Immer wieder Trinkbares - trotzdem HITZE!

Der Test mit dem Stehendmobil war überzeugend. Sehr schnell und einfach setzt man seine Gewichtsverlagerungen sparsamst in rollende Bewegung um. Fast nur den restlichen großen Zeh` anspannen und es geht ab. Eigentlich ein Gerät gleich zum Mitnehmen! Aber - würde man sich dann nicht doch noch viel weniger selbst bewegen? Ich habe ihn nicht mitgenommen.
Schweißperlen - Trinken - flimmernde HITZE!
Im Gebäude war es nicht viel kühler. Dort ein Schild: "Ohne Krücken!" Durch eine kurze Einweisung, wie ich dahin kommen kann, wurde mir (wieder) klar, dass unter anderem für das freie Laufen das Stumpftraining mit Druck und Gegendruck eine effektive Methode sein kann.
Inzwischen hat sich die Weltmeisterin im BMX Racing, Regula Runge, vorbereitet am Parcours und läßt uns fast die Hitze vergessen: Todesmutig legt sich Herr Jochen Weigel, Geschäftsführer hier im Unternehmen, rücklings auf den Hofboden, eine Unterlage dazu. Innerlich hören wir jetzt Trommelwirbel, Regula am Start auf ihrem bereits ungeduldigen Weltmeister-BMX-Rad, die Testrampen wurden wieder entfernt, alle Muskeln in Anspannung, die Füße fest in die Pedale gestemmt, Anlauf, alle Herzen bleiben fast stehen, kein Schweißtropfen wagt mehr zu tropfen, sie rast auf ihn zu, hebt ab und --- elegant schwebt sie über ihn hinweg, geschafft! Herr Weigel hat überlebt! Jubelstürme fegen über den Hof, Verbeugungen der Akteure - da sehen wir am westlichen Himmel die dunklen Gewittersturmwolken, und im Geist bereits Hagelschauer, segelnde Sonnenschirme, gleitende Prothesen, schwebende Kuchenstückchen und fliegende Unter- und Obertassen.



Nun geraten auch bei uns anderen sämtliche Muskeln in flimmernde Bewegung, die Zelte werden wieder abgebrochen, es ist ja auch Zeit: denn 16 Uhr spielt Deutschland gegen Argentinien. Ohje! Was die Hitze betrifft, keiner hatte zu diesem Zeitpunkt eine Vorstellung, welch heiße Vorstellung da bevorstand.
Unseren herzlichen Dank an die Firma Glotz für den überaus warmen Empfang, für die große Mühe, das ebenso große Interesse an unserem Kuchen und den Einsatz der vielen freundlichen Helfer!
-rojo-


1 Jahr in neuen Räumen

Das Hartlieb Orthopädie- und Reha-Fachzentrum Neckar/Fils in Göppingen am Sa. den 24. Juli 2010

Aus Anlass des Tages der offenen Tür trafen wir, Albert und ich, rechtzeitig in dem großen Verkaufs- und Ausstellungsraum ein.

Wir waren sehr erfreut, als uns der Geschäftsführer, Herr Wolf-Rüdiger Schmauder, eine Führung durch die Räume anbot. Alles beeindruckend, großräumig, wohl durchdacht und sauber, bis in die Arbeitsplätze der Werkstatt. Hier fühlt sich jeder bei Besuchen und Behandlungen wohl, für alle Belange ist fachgerecht gesorgt.
Leider erschien sonst niemand von unserer SHG. Albert zeigte mir noch das ungewöhnliche Feuerwehrmuseum in Kirchheim, ein heißer Tipp, ganz in unserer Nähe.
-rojo-


Besuch der Landesgartenschau...

...und der Firma Piro GmbH am 31.07.2010 in Villingen-Schwenningen

Auf Einladung der Orthopädie Vital Zentrum Piro GmbH besuchten Gabi und Markus, Uschi "aus Trochtelfingen" und David sowie Marlene und Helmut die Landesgartenschau (LGS) und die Firma Piro.

Der Besuch der LGS begann um 13.00 Uhr. Frau Storch von der Firma Piro holte uns am Eingang der LGS ab und bezahlte die Eintrittspreise. Zuerst steuerten wir den Pavillon Landkreis/Stadt an, in dem die Firma Piro für zwei Tage mit ihrem Stand vertreten war. Hier begrüßte uns der Geschäftsführer der Firma Piro, Herr Piro. Er erklärte, dass außer uns auch Selbsthilfegruppen aus Gera (Thüringen) und Freiburg anwesend waren. Er hat dazu eingeladen, um 14.00 Uhr einem Basketballspiel zuzusehen, das Prominente aus Politik und Wirtschaft (u.a. OB, Chefarzt) gegen Prothesenträger aus der Region (u.a. Paralympicteilnehmer, eine beidseitig oberschenkelamputierte Narkoseärztin) austrugen. Es war ein Benefizspiel zugunsten der Erdbebenopfer Haiti. Anschließend besichtigten wir die LGS bei schönstem Wetter. Aufgrund der Größe der LGS-Geländes fuhr Helmut mit seinem mitgebrachten Elektrorollstuhl. Sehr beeindruckt waren wir von den vielen gärtnerischen Höhepunkten sowie den interessanten Gartengestaltungen und Kunstwerken. Damit Helmut auch laufen konnte, fuhren Marlene und Gabi auf dem Rückweg mit seinem Elektrorollstuhl.

Um 17.30 Uhr fuhren wir von der LGS zur Firma Piro. Dort stellte uns Herr Piro seine Firma vor. Danach gab es ein Essen. Anschließend wurden Betriebsbesichtigungen in Gruppen durchgeführt. Zum Ausklang saßen wir noch gemütlich zusammen bei einer Tasse Kaffee.
Ende gegen 20.00 Uhr.
-Helmut-


Vorspiegelungen

Schmerztherapie-Vortrag am 6. Oktober 2010

An diesem Tag trafen wir uns zum Gruppentreffen im gro0en Raum des Bürgertreffs. Der Bericht von Dr. Matthias Milius vom Schmerz- und Pallativ-Zentrum Göppingen über Phantomschmerzen war sehr detailliert und aufschlussreich.

Natürlich muss man erstmal zwischen 2 Arten des Schmerzes unterscheiden: Der akute Schmerz als
Schutz- oder Warnfunktion und der Chronische Schmerz, der z. B. auch bei psychischen Problemen auftreten kann.

Neue Erkenntnisse gibt es mit Spiegeln. Damit wird dem Gehirn über das Auge vorgegaukelt, der Arm, die Hand sei ja noch da! Das Spiegelbild wird als Realität akzeptiert, wenn dieser Lernvorgang stattfindet. Gegebenenfalls können daraufhin die Phantomschmerzen wieder verschwinden.
Die Ursachen für Phantomschmerzen sind schwer festzulegen. Obwohl 85,2% der Amputierten darunter leiden, lassen sich dafür kaum Regeln erkennen. Auf jeden Fall finden im Gehirn Umbauvorgänge statt. Sicher scheint zu sein, dass das Gehirn beginnt, Schmerz zu lernen, besonders dann, wenn vor einer Behandlung zu viel Zeit vergangen ist.
Da bin ich richtig froh, dass während meiner 367 Tage Schmerzdauer meine ausgeprägte Lernschwäche nicht ebenso verschwunden ist wie mein Bein!
-rojo-

Selbsthilfe in der Gruppe!

Andrang beim Selbsthilfetag der Gruppen am 29. Januar 2011

In der geräumigen Empfangshalle der neuen Nürtinger Klinik ging es eng zu. Viele der Selbsthilfegruppen aus dem Raum Nürtingen hatten sich zwischen 10 Uhr und 16 Uhr Tisch an Tisch beidseitig entlang einer Trennwand gruppiert. Die Präsentation der jeweiligen Belange war das heutige zentrale Thema.

Der Begriff "Selbsthilfe" könnte sich eigentlich nur auf eine einzelne Person beziehen. Doch bei den jeweiligen Problembereichen der unterschiedlichsten Behinderungsformen sind Problemlösungen nur in Gemeinschaft, der "Gruppe", effektiv zu erreichen. Oft auch deshalb, weil sich "Außenstehende" oder "Unbetroffene" einfach nicht leicht in die Problemsituation hineinversetzen können. Die Gruppe muß sich durchsetzen können, um Situationen ihrer Mitglieder verbessern zu helfen. Also geht es auch darum, wie man sich präsentiert, mit welcher Einstellung man auftritt. Wer sich vordergründig nur als problembelastet, als "betroffen", präsentiert, erregt doch eher etwas Bemitleidung anstelle einer Gruppe, die sich aktiv selbst und selbstbewußt der Problembewältigung gestellt hat und gelernt hat, darüber zu stehen und darüber auch mal lachen zu können. Sich möglichst weitgehend selbst die Hilfe und Integration erarbeiten zu können!

Zwei ins Auge stechende Merkmale hatte unsere Gruppe in diesem Sinne zu bieten, nicht nur die wichtigen Gespräche oder die notwendigen Flyer, Hefte und Präsente. Der schöne breite Bildschirm, für den Henry eine sinnvoll gegliederte, tonuntermalte Bildfolge bereitet hatte. Eine breite Palette von Einzel- und Gruppen-Aktivitäten, die mit und trotz Prothese möglich sind. Skifahren mit Prothese! Tanzen, Radfahren, Kegeln, Wandern und und und. Volleyballweltmeister mit Prothese! Eine eindrucksvolle Beweislast! - Ein von Henry straff gespanntes Balanceband zwischen zwei kräftigen Säulen, auf dem wir selbst und auch forsch eingeladene Besucher ihr Gleichgewicht auf den Prüfstand und die Füße sicher voreinander zu stellen versuchten. Natürlich unter Henrys hilfreicher und kompetenter Anleitung, auch wie gewohnt mit sichtbarer designter Prothese. Zwei Präsentationsformen, die doch geeignet waren, glaubhaft "Bewältigung", also "Selbsthilfe" rüberzubringen. Ich glaube, wir haben diese Chance gut genutzt. -rojo-




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